EIN HAUS für Künstler.
Wenn wir 9 Arts Atelier als Kunsthaus bezeichnen, sprechen wir nicht über einen Namen und nicht über ein Marketingkonzept. Wir sprechen darüber, wie wir diesen Ort tatsächlich leben.
Das sind für uns keine leeren Worte.
Wir haben Künstlern bereits Raum gegeben, damit sie hier an ihren eigenen Werken und ihren eigenen Projekten arbeiten können – ohne dass daraus für uns ein geschäftlicher Vorteil entstehen musste.
Wir haben Arbeitsplätze zur Verfügung gestellt. Wir haben Materialien bereitgestellt. Menschen haben Zugang zu unserem Atelier bekommen. Und dort, wo Vertrauen entstanden ist, haben wir Künstlern sogar unsere Schlüssel gegeben.
Nicht, weil dahinter eine geschäftliche Kalkulation stand. Nicht, weil jemand dafür zuerst etwas kaufen, unterschreiben oder uns einen wirtschaftlichen Gegenwert versprechen musste.
Sondern weil wir glauben, dass ein Künstler manchmal vor allem eines braucht: einen Ort, an dem er schaffen kann.
Wenn ein Künstler mit der Zeit wirklich zu diesem Haus gehört, möchten wir ihn nicht dauerhaft wie einen Besucher behandeln. Er kann seinen eigenen Platz bekommen, dort arbeiten, seine Dinge lassen, Projekte entwickeln und Verantwortung für diesen Ort übernehmen.
Das Atelier soll sich dann nicht mehr nur wie „unser Atelier“ anfühlen. Es darf auch sein Atelier werden.
Wir betrachten diesen Ort nicht als Einkommensquelle.
Natürlich hat ein Atelier Kosten. Materialien kosten Geld. Räume brauchen Ausstattung. Projekte brauchen Zeit. Ideen brauchen Menschen, und vieles davon lässt sich nicht in einer Rechnung ausdrücken.
Hinter 9 Arts Atelier stehen Menschen, die diesem Ort sehr viel gegeben haben: Zeit, Arbeit, Energie, Wissen, Materialien, finanzielle Mittel und persönlichen Einsatz.
Vieles davon geschah ohne unmittelbaren persönlichen Nutzen. Manche Menschen haben auch in schwierigen Zeiten weitergemacht, obwohl Aufgeben einfacher gewesen wäre.
Deshalb wollen wir nicht so tun, als wäre dieses Haus eine einfache wirtschaftliche Erfolgsgeschichte.
Es ist eine kostspielige Leidenschaft. Und wir lieben sie trotzdem.
Wir versuchen nicht, darüber zu klagen. Wir versuchen vielmehr jeden Tag, aus den Möglichkeiten, die wir haben, etwas Neues aufzubauen.
Raum
Künstler sollen einen realen Ort haben, an dem Ideen tatsächlich entstehen können.
Vertrauen
Eine Beziehung muss für uns nicht mit einer geschäftlichen Transaktion beginnen.
Entwicklung
Wenn ein Künstler wächst, wächst auch die kreative Umgebung um ihn herum.
Wir suchen keine Kopien voneinander.
Jeder Künstler hat seine eigene Sprache, seine eigene Technik, seine eigene Geschichte und seinen eigenen Weg.
Genau deshalb sehen wir Künstler nicht automatisch als Konkurrenz. Unterschiedlichkeit ist für ein Kunsthaus kein Problem. Sie ist seine Stärke.
Wir beurteilen einen Menschen nicht zuerst nach Alter, Herkunft, gesellschaftlichem Status oder danach, wie viele Titel neben seinem Namen stehen.
Uns interessieren Kreativität, Disziplin, Respekt vor der Arbeit anderer, Neugier, Zuverlässigkeit und die echte Bereitschaft, etwas zu schaffen.
Zwischen Menschen, die wirklich kreativ arbeiten, entsteht manchmal sehr schnell ein besonderes Verständnis. Man erkennt Leidenschaft nicht nur an Worten. Man erkennt sie daran, wie jemand arbeitet, fragt, beobachtet, experimentiert und mit anderen Menschen umgeht.
Wir wollen der Gegenwart nicht die Schuld geben.
Gesellschaft verändert sich. Kunst verändert sich. Die Art, wie Menschen Bilder sehen, entdecken und miteinander kommunizieren, verändert sich.
Social Media, neue Technologien und künstliche Intelligenz gehören inzwischen zu dieser Realität.
Unsere Antwort darauf soll nicht sein, ständig zu sagen, dass früher alles besser gewesen sei oder dass Menschen Kunst heute nicht mehr verstehen würden.
Gerade ein Künstler sollte kreativ genug sein, auf Veränderungen mit neuen Ideen zu reagieren.
Kunstgeschichte ist wichtig. Technik ist wichtig. Wissen ist wichtig. Aber Kunst darf nicht ausschließlich zur Replik dessen werden, was bereits vor uns geschaffen wurde.
Wir möchten lernen, experimentieren, Tradition verstehen und gleichzeitig den Mut behalten, etwas Eigenes für unsere Zeit zu entwickeln.
Wir sind ein Kunsthaus – keine politische, religiöse oder ideologische Bewegung.
Wir leben und arbeiten mitten in der deutschen Gesellschaft. Wir sind uns dessen bewusst und haben großen Respekt vor dieser Gesellschaft und vor den unterschiedlichen Menschen, aus denen sie besteht.
Deshalb ist uns wichtig, die Sensibilität anderer Menschen nicht unnötig zu verletzen und unser Kunsthaus nicht als Plattform für politische, religiöse oder ideologische Auseinandersetzungen zu benutzen.
Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass wir Menschen aufgrund ihrer Herkunft, ihrer Kultur oder ihrer persönlichen Überzeugungen ausschließen.
Im Gegenteil.
Ein Künstler kann unabhängig von seiner Herkunft bei uns Raum zum Schaffen finden. Wir möchten ihn aber nicht aufgrund seiner Herkunft auswählen, auf seine Identität reduzieren oder seine persönlichen Überzeugungen zu einer Identität unseres Hauses machen.
Ein Mensch muss bei uns nicht eine bestimmte politische, religiöse oder philosophische Position vertreten, um als Künstler respektiert zu werden.
Gleichzeitig bitten wir jeden, der diesen Raum mit uns teilt, zu respektieren, dass 9 Arts Atelier selbst keine Bühne für Agitation, Missionierung oder gesellschaftliche Provokation sein möchte.
Das ist für uns keine Zensur. Es ist eine bewusste Entscheidung darüber, worauf wir unsere gemeinsame Energie richten möchten:
Vielleicht kann daraus eines Tages mehr entstehen.
Wir wissen nicht, wie groß 9 Arts Atelier eines Tages sein wird. Aber wir wissen, in welche Richtung wir gehen möchten.
Unsere Vision ist ein lebendiger Ort, der sich immer stärker zu einem Zentrum für Kunst, Kultur, Wissen, Begegnung und persönliche Entwicklung entwickelt.
Ein Ort, an dem Künstler arbeiten können. Ein Ort, an dem Kinder Kunst entdecken. Ein Ort, an dem Erwachsene wieder kreativ werden. Ein Ort, an dem Erfahrungen zwischen Generationen weitergegeben werden.
Ein Ort, an dem neue Ideen entstehen dürfen, ohne dass hinter jeder Idee zuerst die Frage steht, welchen finanziellen Nutzen sie bringt.
Vielleicht wird daraus irgendwann ein echtes, größeres Kulturzentrum.
Wir versuchen nicht, diesen Namen heute schon für uns zu beanspruchen. Wir versuchen, jeden Tag ein Stück davon aufzubauen.